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Coilhandling Lösungen

Gruse liefert ein umfassendes Produktsortiment um das Handling von Coils und Blechen zu ermöglichen bzw. zu erleichtern. Durch unsere jahrelange Erfahrung sind wir in der Lage eine maßgeschneiderte Problemlösung auszuarbeiten, herzustellen und in Betrieb zu nehmen. Die Problemlösungen zielen auf ein sicheren, schnellen und schonenden Umgang mit Coils und Blechen aller Art – kurz gesagt auf eine wirtschaftlichen Materialtransport.
Wir bewegen Coils und Stapel aus NE-Metall- und Stahlblech, Kunststofffolie, Papier, Drahtspulen, …z.Z. bis zu einem Einzelgewicht von 50.000kg. Wir stellen uns aber auch der Herausforderung größerer Einzellasten. Wir liefern Geräte für Neuanlagen und Ersatzgeräte für bestehende Anlagen. Ersatzgeräte sind dann erforderlich, wenn eine Instandsetzung bestehenden Geräte unwirtschaftlich wird oder sich die Leistungsdaten der Anlage ändern (z.B. Traglasterhöhung). Gerade bei den Ersatzgeräten ist eine maßgeschneiderte Lösung unverzichtbar, da das Gerät in der bestehenden Anlage integriert werden muß. Der  Gruse-Standard beinhaltet den Einsatz qualitativ hochwertigen Komponenten – wir berücksichtigen natürlich auch spezielle Kundenvorgaben (Betriebsmittelvorschriften). Alle Gruse-Geräte entsprechen der aktuellen Maschinenrichtlinie.

Beispiele für Coilhandlingsgeräte:

1.Bundhubwagen (BHW)

Ein BHW ist ein schienengebundener Wagen mit Hubfunktion. Die Last- bzw. Coilaufnahme ist mit Hilfe eines hydraulischen Scherenhubsystems in der Höhe verstellbar und besteht üblich aus einem Prisma oder Tragrollenaufbau. Der Aufbau kann je nach Anforderung statisch, dreh- oder kippbar ausgeführt werden. Zum Sichern des Coils können Beistellarme, Rungenstangen, … zum Einsatz kommen. Das Längsverfahren erfolgt mittels angetriebenen Schienenfahrwerk. Dieser Antrieb erfolgt elektrisch oder hydraulisch. Die Energieversorgung erfolgt mit einer Energiekette, einer Kabeltrommel oder  mittels Stromabnehmer.

Der BHW kann auch zur Hülsenbeschickung und -Entsorgung eingesetzt werden. Hierzu muß der Nutzhub ausreichend groß sein und eventuell Sonderaufnahmen für die Hülsenzentrierung o.ä. vorgesehen werden. Auch ein Wechsel der Wickelwellen ist mit dem BHW möglich. Auch hier sind spezielle Aufnahmen oder Adapter notwendig.

1.1. BHW am Aufwickler:

An diesem Haspel wird das Material aufgewickelt, sprich ein Coil gebildet. Nach Abschluß des Wickelvorgangs hat der BHW die Aufgabe das Coil vom Haspeldorn abzunehmen und zur nachfolgenden Station zu transportieren. Dies kann z.B. ein stationäres oder verfahrbares Bundlager oder ein Drehkreuz sein. Auch eine Coilabnahme mittels Kran ist möglich. Hier kommen dann C-Haken und Coilzange zum Einsatz. Bei Einsatz einer Hülse kann der BHW, vor dem Wickelvorgang, die Haspel mit einer leeren Hülse bestücken.

1.2. BHW am Abwickler:

Der BHW beschickt die Haspel mit einem vollen Coil. Das Coil wird dann an der Haspel abgewickelt. Bei Einsatz einer Hülse kann der BHW die leere Hülse von der Wickelwelle entnehmen und beispielsweise in einem Hülsenlager ablegen. Das volle Coil kann der BHW z.B. von einem Bundlager oder einem Drehkreuzarm übernehmen. Auch eine direkte Beladung mittels Kran ist möglich.

1.3 weiterer Einsatz von BHW´s:

Coiltransport von Bundlager zu Bundlager, von Drehkreuz zu Drehkreuz, von Drehkreuz zu Bundlager usw.

2. Bundlager (BL):

Ein BL kann stationär oder verfahrbar ausgeführt werden. Der Einsatz von Bundlagern führt zu Einsparung von Krankapazitäten. Die Coils können an der Stelle zwischengelagert werden wo es im Produktionsablauf am sinnvollsten ist. Die Coilaufnahme kann als Dorn, Prisma oder mit Tragrollen ausgeführt sein. Das Material der Auflageflächen richtet sich nach den Anforderungen an das Bandmaterial. Um das Coilgewicht zu ermitteln können Bundlager auch mit Wiegezellen ausgestattet werden.

2.1 BL stationär:

Dieses Lager wird auf dem Boden oder auf einem Betonsockel befestigt.

2.2 Bundlager verfahrbar (auch Bundtransportwagen BTW):

Dieses Lager ist ein schienengebundener Wagen ohne Hubfunktion. Zum Sichern der Coils können Beistellarme, Rungenstangen, … zum Einsatz kommen. Das Längsverfahren erfolgt mittels elektrisch angetriebenen Schienenfahrwerk. Die Energieversorgung erfolgt mit einer Energiekette, einer Kabeltrommel oder mittels Stromabnehmer. Schienen und Grubenabdeckungen können zum Lieferumfang gehören oder werden beigestellt. Bislang hat Gruse diese verfahrbaren Bundlager für den Transport von maximal 3 Coils gebaut. Bei einem Coil-Einzelgewicht von 50t ergibt dies eine Gesamtzuladung für das Bundlager von 150t.

3. Drehkreuz (DK):

Ein Drehkreuz wird als Verteiler- oder Pufferstation eingesetzt. Die Lastaufnahme ist als Dorn oder Prisma ausgeführt. Die Coilzuführung und -Entnahme erfolgt mittels Bundhubwagen oder Kran. Der Drehantrieb besteht aus einem Elektro- oder Hydromotor. Je nach Anforderungen kann das Drehkreuz auch beispielsweise mit Andruckbalken, … ausgestattet werden. Bei vier Lastaufnahmen mit jeweils 50to können sich hier also Gesamtzuladungen von 200to ergeben.

4. Hülsenlager (HL):

Wie unter Punkt 1. beschrieben werden beim Wickeln z.T. auch Hülsen eingesetzt, die zugeführt oder entsorgt werden müssen. Die Zuführung und Entnahme von der Wickelwelle übernimmt der Bundhubwagen oder ein spezieller Hülsentransportwagen. Die Hülsenlager bestehen aus einem Tragrahmen mit Holmen. Auf den Holmen rollen die Hülsen ab. Seitenbegrenzungen führen die hintereinander liegenden Hülsen. Die Stützfüße des Tragrahmens werden auf dem Boden verdübelt.

4.1 Hülsenzuführung:

Die Hülsen liegen hintereinander in einem Hülsenlager. Durch Klappen oder Separiersterne wird eine einzelne Hülse auf den Bundhubwagen übergeben und zum Haspel transportiert. Der Antrieb der Klappen erfolgt pneumatisch oder hydraulisch. Der Separierstern wird elektromotorisch betrieben.

4.2    Hülsenentsorgung:

Die leere Hülse wird mittels Bundhubwagen von der Wickelwelle abgezogen. Anschließend fährt der BHW zum Hülsenlager. Hier wird die Hülse an das Hülsenlager übergeben (z.B. durch ein Kippprisma des Bundhubwagens). Die Hülse rollt nun auf dem Rahmen des Hülsenlagers bis zu einem Anschlag. Bei mehreren Hülsen können auch mechanische Zwischenanschläge vorgesehen werden.

5. Bundkipper (BK) :

Innerhalb der Transportstrecke eines Coil kann die Notwendigkeit bestehen, die Lage der Coilachse zu ändern. Beispielsweise muß das Coil bei der Verpackung von der horizontalen in die vertikale Lage gekippt werden. Diese Lageänderung wird mit einem Bundkipper durchgeführt. Die Ausführung kann dabei sehr unterschiedlich sein – von der manuellen Bedienung bis zur Einbindung in eine vollautomatische Anlage. Dieses Handlingsgerät hat im Normalfall einen Kippwinkel von 90°. Der Antrieb erfolgt elektrohydraulisch. Für den speziellen Anwendungsfall kann die Lastaufnahme beispielsweise mit Prisma, Tragrollen, Zentriereinheit, Plattenhalter, … ausgestattet werden.

6. hydraulische Stapelsenktische mit Fördertechnik (ELS):

Bei einer Querteilanlage wird aus dem aufgewickelten Blech eine Blechplatte. Diese Blechplatten werden am Ende der Anlage zu einem Blechstapel zusammengefasst. Um einen exakten Stapel bilden zu können werden Stapelsenktische eingesetzt. Diese hydraulisch angetriebenen Scherenhubtische takten den wachsenden Blechstapel abwärts. Die auf dem Tisch aufgebaute Fördertechnik sorgt dann für den Abtransport der fertigen Blechstapel.
Gruse liefert den Stapelsenktisch, die aufgebaute Fördertechnik und auch die anschließende Fördertechnik für den Weitertransport der Blechstapel (z.B. angetriebene Schwerlastrollenbahnen).

7.Beispiele für weitere Geräte aus dem Coilhandlingsprogramm:

7.1. stationärer Hubtisch mit angetriebenen Tragrollen unter einem Drehkreuzarm zur     Positionierung des Bandendes
7.2. Bundhubwagen zum Heben eines Coils in einen Überkopfglühofens
7.3. separater Hülsenstopper am Hülsenlager Aufwickler
7.4.höhenverstellbares Bundlager
7.5. höhenverstellbares Drehkreuz